Autor:  Jan-Phillip Wottge
Quelle: Holsteiner Zeitung
Donnerstag, 12.09.2019
Alter: 35 Tag(e)

Eider Harde der nächste dicke Brocken für Wift

Handball-Oberliga: Trainer Stock warnt vor Druck und Geschwindigkeit in Hohn – Kronshagen ohne Görlach

Neumünster. Trotz der 26:35-Schlappe gegen den TSV Kronshagen und dem schweren Startprogramm im September mit Duellen bei der HSG Eider Harde, in Hürup und daheim gegen den THW Kiel II herrscht beim Oberligisten SG Wift Neumünster keine Spur von Herbst-Blues. Frei nach dem Motto „lieber die anderen ärgern als sich selbst“ geht es am Sonnabend um 19.15 Uhr in die Werner-Kuhrt-Halle nach Hohn zur HSG Eider Harde.

„Dort erwartet uns viel Druck und viel Geschwindigkeit“, prognostiziert SG-Coach Yannik Stock „einen schweren Gang“ in Hohn. Die deutliche Niederlage gegen Kronshagen ist analysiert: „Unsere Rückwärtsbewegung über 60 Minuten war vernünftig. Das offensive Umschaltspiel hingegen ist ausbaufähig.“ Zwei fünfminütige Schwächephasen brachten die Bären ins Hintertreffen.

„In Unterzahl kassieren wir nach dem 9:6 einen 0:5-Lauf und geben die Führung aus der Hand“, monierte Stock und ergänzte: „Die zweite fünfminütige Auszeit gönnen wir uns kurz vor der Halbzeit. Da nehmen wir Notwürfe. Kronshagen zieht von 12:10 auf 16:10 davon.“ Die dünne Personaldecke machte sich bemerkbar. Yannik Stock, der eigentlich nur noch Trainer sein wollte, musste bereits am ersten Spieltag in den Harztopf greifen. Mit Lars Bente und Thorben Plöhn fehlte nicht nur Qualität, sondern auch Erfahrung.

Zudem leistete sich die SG eine schwache Trefferquote von beiden Außenpositionen. „Da müssen wir uns steigern. Zumal uns die Wucht aus dem Rückraum fehlt“, erklärte Stock, der in Hohn jedoch wieder auf Neuzugang Finn Ehrig (gegen Kronshagen privat verhindert) zurückgreifen kann.

Was bei dem Bären-Coach aufgrund vieler 50:50-Entscheidungen gegen die SG nachträglich für einen faden Beigeschmack sorgte, war die Ansetzung eines Schiedsrichtergespanns (Marc Andresen und Dennis Blohm), das für die HSG Holstein Kiel/Kronshagen pfeift: „Sie haben das Spiel nicht entschieden. Trotzdem ist so eine Ansetzung nicht nachvollziehbar“, merkte Stock an.

Entspannte Mienen gab es indes beim Aufsteiger aus Kronshagen nach dem Auswärtssieg in Neumünster: „Jeder Punkt, den wir jetzt holen, ist am Saisonende Gold wert“, konstatierte TSVK-Coach Birger Ehmke, der der Tabellenführung ansonsten keinerlei Bedeutung beimisst: „Das ist spielplanabhängig. Unser kommender Gegner (Anm. d. Red.: SG HH-Nord) startet mit 0:4-Punkten, hat dafür aber auch schon gegen DHK Flensborg und die SG Flensburg/Handewitt II gespielt.“ Am Sonnabend empfängt der Aufsteiger die SG HH-Nord mit Trainer und Ex-Zebra Adrian Wagner. „Wir sind in Neumünster nach einem Rückstand zurückgekommen. Das zeigt, dass wir reifer geworden sind. Wir wollen gegen die SG Nord da weitermachen, wo wir diese Saison angefangen haben“, sagt Ehmke, der auf Linkshänder Bruno Görlach verzichten muss.

Autor:  Jan-Phillip Wottge
Quelle: Holsteiner Zeitung
Donnerstag, 12.09.2019
Alter: 35 Tag(e)