Quednau hievt TSVK in den Derbyhimmel

Kronshagens Keeper Eric Quednau avancierte gegen den THW Kiel II zum Matchwinner. Foto: Uwe Paesler

Handball-Oberliga: Kronshagen gewinnt Duell gegen den THW Kiel II mit 27:24

Kronshagen. Die Sporthalle Kronshagen platzte aus allen Nähten. Alle 199 Tickets für das Derby zwischen dem TSV Kronshagen und dem THW Kiel II in der Handball-Oberliga waren im Vorverkauf abgesetzt worden. Es knisterte. Und das Derby hielt, was es versprach: Spannung, Diskussionen, Emotionen. Am Ende jubelten die Gastgeber über einen 27:24-Heimsieg.

Zunächst gab es jedoch echte Derby-Sentimentalität: Birger Ehmke, der den TSV Kronshagen im Juni 2020 nach zehn Jahren als Chefcoach verlassen hatte, kehrte nach einem Sabbatjahr als Co-Trainer des THW Kiel II an seine alte Wirkungsstätte zurück. Und weil die Pandemie es so wollte, holte der TSVK die offizielle Verabschiedung vor dem Anpfiff nach. „Es war schon ein bisschen komisch, als Gast in die Halle zu kommen. Zumal ich dem Verein nach wie vor eng verbunden bin“, sagte Ehmke und ergänzte: „Gewinnen will ich trotzdem, ist halt ein Derby.“

Die Jungzebras schüttelten schnell den Derbydruck ab. Juniorennationalspieler Jarnes Faust verwandelte blitzsauber zum 2:0 (2.). Die Kronshagener glichen aus.

Nach 15 Minuten kochten auf der Tribüne erstmals die Emotionen über: Ex-Zebra Jannes Brünger brachte Kiels Kjell Gildner mit langen Armen im Gegenstoß seitlich zu Fall – das junge Schiedsrichtergespann Niklas Reimann und Marius Timm zückte nach kurzer Unterredung die Rote Karte (16.). Die Fans reagierten mit Unmut. Kurz darauf musste auch Kiels Philipp Wäger nach einem harmlosen Stoppfoul für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Gastgeber nutzten die Überzahl, drehten den 6:8-Rückstand mit einem 3:0-Lauf zur Führung.

Die Führung war ein flüchtiger Freund, weil beide Teams die Fehler der Gegenseite nicht konsequent bestraften. Erst kurz vor der Halbzeit setzten sich die Kronshagener durch einen Dreierpack von A-Junior Kian Kühl mit zwei Toren ab. „Der Junge hat nach seinem ersten Treffer richtig Blut geleckt. Zudem liebt er es, zu verteidigen“, lobte TSVK-Coach Yannik Stock seinen Rückraumrechtshänder (Jahrgang: 2003) mit Gardemaß.

Mehr als acht lange Minuten blieben die Jungzebras halbzeitübergreifend ohne Torerfolg. Die Gastgeber zogen auf 17:12 (35.) davon. Und TSVK-Keeper Eric Quednau wuchs von Minute zu Minute über sich hinaus. Immer wenn der THW wieder in Schlagdistanz kam, drehte Quednau auf. In Unterzahl schnappte sich sich der Torhüter zwei Wäger-Würfe (49./50.) und Jan-Ole Martin traf zum 23:19 (50.). Es waren die kleinen Nadelstiche, die den Jungzebras im Derby Schmerzen verursachten – wie der verworfene Siebenmeter von Julius Schneider (51.) oder die Zwei-Minuten-Strafe für Tim-Ole Suhr (53.). Die Aufholjagd kam nicht mehr in Gang.

„Derbysieger, Derbysieger“, hallte es nach dem Schlusspfiff durch die Halle. „Wir haben das Torhüterduell verloren. Außerdem haben wir uns zu viele technische Fehler geleistet“, analysierte Ehmke das Derby. Matchwinner Quednau sagte: „Seit drei Wochen haben wir diesem Derby entgegengefiebert. Wir waren super heiß, das haben wir gezeigt.“